Pressespiegel:

Naurod, 05. Oktober 2012
Online-Artikel Wiesbadener Kurier vom 05.10.2012

Beim Wickerbach sind noch viele Fragen offen

Bereits seit geraumer Zeit existieren die Pläne der Stadt, den Wickerbach im Bereich der Obergasse künftig oberirdisch zu führen. Der bisherige unterirdische Kanal ist marode. Ihn zu sanieren, sei nicht wesentlich kostengünstiger als die Schaffung einer Rille an der Oberfläche. Ende August gab es zu diesen Plänen einen Ortstermin unter Beteiligung der Anwohner. „Einige wichtige Fragestellungen sind aber immer noch offen“, sagt Mathias Scherer (SPD). Auf Initiative seiner Fraktion wird die Ortsverwaltung sich jetzt mit dem Rathaus in Verbindung setzen. Das zuständige Dezernat soll mitteilen, wie viele Parkplätze verloren gehen, wenn der Bach nicht mehr unterirdisch in einem Rohr verläuft, sondern in einem Bachbett an der Oberfläche. Immerhin sei dies „eines der maßgeblichen Kriterien“, findet die SPD. Gleiches gelte für die Frage, auf wie vielen Metern der geplante oberirdische Bachlauf mit einem Überfahrgitter versehen werden muss, damit die Anwohner weiterhin auf ihre Anwesen kommen. Nach Ansicht von Ortsvorsteher Wolfgang Nickel (CDU) macht es keinen Sinn, den Bach auf 450 Meter Länge an die Oberfläche zu holen, nur um dann auf großen Teilen dieser Strecke Überfahrgitter zu verlegen.

Platzcharakter betonen

Die SPD sieht die Sinnhaftigkeit der städtischen Pläne in diesem Fall ebenfalls infrage gestellt. Auf ihre Anregung hin soll die Ortsverwaltung außerdem im Rathaus ermitteln, ob nicht eine alternative Planung hilfreich wäre. „Im oberen Bereich könnte es bei einer Verrohrung bleiben“, erläutert Scherer die Idee. Eine Offenlegung erfolge lediglich im unteren Teil der Obergasse. Hier sei die Straße breiter und man könne den Platzcharakter betonen. Losgelöst von einer solchen Alternativplanung will die SPD wissen, wie die regelmäßige Reinigung des offengelegten Bachlaufs sichergestellt wird. Immerhin habe sich anderenorts gezeigt, dass bei natürlich Gewässern „eine ständige Veralgung des oberirdischen Bachlaufs droht“.

Vorbehalte gegen die Offenlegung des Baches waren von einigen Politikern bereits 2011 bei der Präsentation der Pläne im Ortsbeirat geäußert worden. Damals hielten viele die offene Rille aber auch für einen gangbaren Weg. Nachdrücklich hatte sich der Ortsbeirat damals dafür ausgesprochen, die Planungen zunächst den Anwohnern vorzustellen, von denen sich einige von Anfang an kritisch geäußert hatten. Die Bürgerbeteiligung ließ bis Sommer 2012 auf sich warten und brachte nach Ansicht der SPD vor allem offene Fragen.

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