Pressemitteilung:

14. Juni 2013

Kerstin Geis und Ernst-Ewald Roth, MdL: „Elternumfrage manipulativ und irreführend“

„89 Prozent der Befragten einer Elternumfrage in Hessen stimmen der Aussage zu, dass nur acht Jahre für das Gymnasium zu kurz sind. Man sollte wieder zum neunjährigen Gymnasium bzw. zum Abitur nach 13 Schuljahren zurückkehren“, erklärt der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der Wiesbadener SPD Ernst-Ewald Roth. „Aber CDU und FDP ist der Wille der Eltern völlig egal“.

Bislang sind an den Wiesbadener Grundschulen die Vorstellungen der Eltern nur von den jeweiligen Schulelternbeiräten abgefragt worden. Dies hat ein fast identisches Ergebnis gebracht. Nun hat auch die Stadt mit Schreiben vom Mai 2013 eine eigene Umfrage bei allen Eltern mit Grundschulkindern in der dritten Klasse begonnen.

Dem Anschreiben an die Elternschaft ist ein Informationsblatt zu G8/G9 beigefügt. „Dieses ist manipulativ, irreführend und stellt schlicht falsche Behauptungen auf“, sagt hierzu die Stadtverordnete Kerstin Geis. „So wird darin behauptet, dass die Schülerinnen und Schüler bei einer Rückkehr zu G9 nachmittags keinen Unterricht haben und, dass an einem Tag nach der vierten Stunde oder an zwei Tagen jeweils nach der fünften Stunde Unterrichtsende ist“. Das liege daran, dass eine Nachmittagsbetreuung mit den sächlichen und personellen Mitteln, die einem Gymnasium normalerweise zur Verfügung stehen, nicht umsetzbar sei.

„In der heutigen Praxis ist daher die Realisierung eines umfangreichen Ganztagsangebotes unter G9 in der Regel nur durch erhebliche Mittelbeiträge der Eltern finanzierbar“, zitiert Geis aus dem Papier, das dem von Schuldezernentin Rose-Lore Scholz unterschriebenen Elternbrief anliegt und führt aus: „Ich möchte feststellen, dass dieses Infoblatt wissentlich Behauptungen aufstellt, die so nicht stimmen und der Verunsicherung der Eltern dienen“.

„Wahr ist, dass die Wiesbadener Gymnasien bereits heute an mindestens drei Tagen 7 Zeitstunden von 7.30 - 14.30 Uhr abdecken müssen. Darüber hinaus ist im Hessischen Schulgesetz geregelt, dass die Schulen Maßnahmen zur Gewährleistung einer verlässlichen Schulzeit von mindestens fünf Zeitstunden am Vormittag zu treffen haben“, so Kerstin Geis, die Mitglied im Ausschuss für Schule und Kultur im Wiesbadener Rathaus ist. „Für Unterrichtsangebote am Nachmittag darf kein Beitrag von den Eltern erhoben werden. Für die Betreuungsangebote wird jedoch schon heute an vielen Schulen ein Elternbeitrag erhoben. Eine Betreuung der Kinder an den Gymnasien bis 16 Uhr ist dagegen nicht gewährleistet. Die Kinder haben, wenn sie in der Schule sind, in der Regel Unterricht oder Hausaufgabenbetreuung. Das hat mit dem Konzept Ganztagsschule nach Richtlinie nicht viel zu tun“.

„Da anscheinend nicht sein kann, was nicht sein darf, wird auf diese Weise versucht, eine Rückkehr zu G9 zu verhindern. Das zeigt, dass Schwarz-Gelb es mit der angekündigten Rückkehrmöglichkeit nicht so ernst meint“, erläutert der Landtagsabgeordnete Roth. In diesem Zusammenhang sei auch zu sehen, dass die Ergebnisse der Wiesbadener Umfrage erst im September veröffentlicht werden sollen, während die Frist für die Gymnasien, dem Kultusministerium eine Rückkehr zu G9 für das Schuljahr 2014/2015 zu melden, am 30.09. endet. „Leider haben sich CDU und FDP unseren Anträgen im Landtag – unter anderem in einem eigenen Schulgesetzentwurf – auf Rückkehr zur sechsjährigen Mittelstufe an Gymnasien und auch zur Rückkehr der bestehenden G8-Klassen der Jahrgangsstufen 5 und 6 stets verweigert“.

„Wir werden in Hessen nach den Landtagswahlen den gescheiterten G8-Versuch beenden und jährlich 100 echte Ganztagsschulen aufbauen“, verspricht Michael David, der im Wiesbadener Wahlkreis 31 für den Hessischen Landtag kandidiert. „Die Mittelstufe soll wieder auf sechs Jahre ausgelegt werden. Ob das Abitur nach zwölf, dreizehn oder vierzehn Schuljahren abgelegt wird, richtet sich dann einzig und allein nach der individuellen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler“.

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