Pressespiegel:

Wiesbaden-Naurod, 04. Dezember 2018
Wiesbadener Kurier Online-Artikel vom 04.12.2018

Wer Probleme mit Krankenkasse oder Behörden hat, bekommt in Naurod monatlich Rat

NAUROD - „Wenn ich durch Naurod gehe, werde ich oft angesprochen von Menschen, die nicht weiter wissen in ihrer Situation“, erläutert Doris Kirsch. Deshalb ist es ihr Wunsch gewesen, ein regelmäßiges Angebot zu schaffen für Beratungen etwa zu Sozialleistungsansprüchen, Hilfestellung bei der Beantragung eines Pflegegrades oder Unterstützung im Falle eines Ablehnungsbescheids. Eine Möglichkeit, die seit dem Sommer einmal pro Monat im Gruppenraum des Forums Naurod gegeben ist. „Rentenberatung erfolgt auf der Ortsverwaltung nicht mehr und für eine Sozialberatung fehlt dort das Vorwissen“, erläutert Volker Bienstadt vom Nauroder Ortsbeirat, warum man dafür gerne den Raum zur Verfügung stellt. Beim letzten Termin für dieses Jahr ist hier Corinna Wintermeyer zu Gast, um das System Rettung aus der Dose vorzustellen, durch das in Notfällen ein Datenblatt mit den wichtigsten Informationen über eine hilfsbedürftige Person schnell zu finden ist.

Es sind aber auch mehrere Menschen erschienen, denen Doris Kirsch mit ihrem Wissen aus langjähriger Mitarbeit beim Landeswohlfahrtsverband bereits helfen konnte. Isolde Damm etwa ist zwei Mal daran gescheitert, einen Pflegegrad für ihren Mann Walter zu beantragen. Als sich Doris Kirsch darum gekümmert hat, hat es gleich mit einer Einstufung in Pflegegrad drei geklappt. In einem anderen Fall habe sie interveniert, weil trotz Pflegegrad zwei der Einsatz eines Hausnotruf-Systems abgelehnt worden ist. „Da habe ich gleich angekündigt, dass ich bis zum Sozialgericht gehe. Dann geht das ganz schnell“, verdeutlicht die 64-Jährige. Nur die wenigsten Menschen wüssten jedoch, dass dort für die meisten Menschen keine Gerichtskosten entstehen.

„Man muss sich halt auskennen“, findet Dieter Becht. Ihm hat Doris Kirsch dabei geholfen, die Erstattung einer Pauschale für Vorlagen zu erhalten, die ihm nach einer Krebserkrankung zusteht. „Es wird immer wieder versucht, Sachen nicht zu erstatten“, begründet Jan Henry von der Diakoniestation Niedernhausen, warum man das Beratungsangebot ebenfalls unterstützt. Ausgesprochen dankbar ist dafür auch eine Dame, deren Krebserkrankung sich bereits im Palliativstadium befindet. Wegen ihrer Angstdepressionen hat sie psychologische Hilfe verschrieben bekommen, aber nie einen Termin erhalten. Mit der Unterstützung von Doris Kirsch hat es nun funktioniert. „Allein den Termin zu haben, hat mir schon seelisch geholfen“, betont die Dame, deren Tochter nicht vor Ort lebt. Zwei Mal pro Woche ruft Doris Kirsch deshalb bei ihr an. Denn es ist ihr wichtig, nicht nur einmal zu beraten, sondern die von ihr unterstützten Menschen weiter zu begleiten.

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